Urlaub mit drei Generationen

Oma, Opa, Eltern und Enkel zusammen im Ferienhaus: Was wie Familienidylle klingt, endet zuweilen im Familienkrach. Ein Zukunftsforscher, eine Therapeutin und ein Psychologe geben Tipps, damit der Urlaub ein Gewinn für alle wird.

Hamburg - Der neue Reisetrend heißt Großfamilie. Im Wunsch nach mehr Nähe und gemeinsam verbrachter Zeit packen Jung und Alt immer häufiger gemeinsam die Koffer. “Die Familie erlebt eine Renaissance”, sagt Ulrich Reinhardt, Tourismusexperte der Stiftung für Zukunftsfragen in Hamburg. Sie biete in unsicheren Zeiten eine Konstante. Doch wenn drei Generationen plötzlich über längere Zeit dicht aufeinanderhocken, geht es nicht zwangsläufig friedlich zu. Zu unterschiedlich sind häufig die Erwartungen.

Ein gemeinsamer Urlaub hat viele Vorteile: “Sich nicht nur einen Nachmittag zum Kaffeetrinken zu sehen, sondern viele Tage am Stück, ist besonders für Großeltern und Enkel ein Gewinn”, sagt Ulrike-Luise Eckhardt, Familientherapeutin aus Berlin.Oma und Opa haben endlich die Gelegenheit, sich ausgiebig mit dem Nachwuchs zu beschäftigen oder mal wieder längere Gespräche mit dem eigenen Kind zu führen. Und die Eltern können - wenn die Großeltern bereit sind, Babysitter zu spielen - auch mal ohne Kinder ausgehen. “Wenn es gut geplant ist, können alle Seiten profitieren”, glaubt Jörg Wesner, Diplom-Psychologe aus Hamburg.

SPIEGEL ONLINE

jetzt kommentieren? 16. Juli 2010

Wenn die innere Stimme immer alles besser weiß

Sie ist keine Wahnvorstellung oder Marotte, sondern ein Ausdruck des Innenlebens. Trotzdem nervt der kleine Mann im Ohr mit seiner negativen Weltanschauung: „Das schaffst du nicht!“, „Das ist eine Nummer zu groß!“, „Pass bloß auf!“ Viele Menschen leiden unter negativen inneren Stimmen. Auch wenn man das kleine Plappermaul nicht mundtot machen kann: Das Gehirn kann lernen, wieder positiv zu denken.

Karin H. aus Bremen quälte die Angst vor Veränderung. Ein neuer Job, ein Umzug, die Trennung vom Partner: „Bei jedem potenziellen Neuanfang fängt mein Gedankenkarussell an zu drehen, und tief in mir droht eine Stimme mit größtmöglicher Gefahr.“ Das war so nachhaltig, dass Karin immer vorsichtiger wurde und sich kaum noch traute, etwas in ihrem Leben zu verändern. Nach einer Therapie weiß sie inzwischen, woher die innere Stimme kommt. Sätze wie „Lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach“ oder „Es gibt Fehler, die kann man nicht mehr rückgängig machen“ stammten von ihrem Vater. „Ein Sicherheitsfanatiker, wie er im Buche steht.“

Ob Erfahrungen mit Eltern, Lehrern oder anderen wichtigen Bezugspersonen: „Unser Umfeld beeinflusst uns“, erklärt Carin Cutner-Oscheja, Diplom-Psychologin aus Hamburg. Warnungen oder Stimmungen, die beständig vorgelebt wurden, fressen sich förmlich ins Gehirn und werden auch Jahrzehnte später wieder abgerufen.

WELT

jetzt kommentieren? 08. Juli 2010

Diabetes auch ohne Medikamente heilbar

An Diabetes sterben mehr Menschen als an Krebs. Die Symptome lassen sich schließlich nicht eindeutig einer Zucker-Erkrankung zuordnen. Viele Betroffene erfahren von ihrer Erkrankung eher zufällig. In Internetforen gibt es die abenteuerlichsten Geheimtipps. Manche davon können fatale Folgen haben.

Diabetes tut nicht weh, und fast jeder kennt irgendwen, der ihn hat. „Die Menschen neigen dazu, die Erkrankung auf die leichte Schulter zu nehmen“, sagt Professor Michael Roden, Direktor des Deutschen Diabetes Zentrums in Düsseldorf. Das ist ein fataler Fehler, denn unzureichend behandelt führt die Stoffwechselerkrankung zum Tod auf Raten.

„An Diabetes sterben mehr Menschen als an Krebs“, warnt denn auch Professor Thomas Haak vom Diabetes Zentrum Mergentheim. Schuld ist ein dauerhaft erhöhter Blutzuckerspiegel. Beim Typ-2-Diabetes, der häufigsten Erkrankungsform, nehmen die Betroffenen das oft gar nicht wahr: „Die Symptome wie Abgeschlagenheit, Müdigkeit, starker Durst oder häufiger Harndrang treten oft nur sehr unspezifisch auf.“

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jetzt kommentieren? 28. Juni 2010

Wie Frauen mit Wutausbrüchen umgehen können

Streit mit dem Partner, Kritik vom Chef, Ärger mit den Nachbarn: Kocht erstmal Wut im Bauch, haben viele Frauen Probleme, damit konstruktiv umzugehen. Manche schlucken alles herunter, andere spielen beleidigte Leberwurst, wieder andere flippen komplett aus. Tipps zum Umgang mit dem Gefühl.

Mit Tellern zu werfen, schafft eher neue Probleme. „Wut hat bei vielen Menschen einen schlechten Ruf“, sagt die Diplom-Sozialpädagogin Anita Timpe aus Berlin. „Dabei ist sie ein ganz normales und wichtiges Gefühl.“ Timpe bietet Wochenendseminare für Frauen zum Thema „Wohin mit meiner Wut?“ an.

„Ich erlebe immer wieder, dass Frauen keinen Zugang zur Wut haben, die Gefühle blockieren oder runterschlucken“, sagt sie. Manche richteten die negativen Gefühle auch gegen sich selbst. „Frauen geben sich dann die Schuld, dass bestimmte Dinge nicht so laufen, wie sie sich das eigentlich wünschen“, erklärt Timpe. Doch auf Dauer kann ein solches Verhalten zu starken psychischen Belastungen führen, auch zu Depressionen oder Selbstverletzungen.

„Es ist wichtig, Wut in positive Bahnen lenken zu können“, sagt Peri Kholghi, Diplom-Psychologin aus Bensheim. „Die Wut zeigt immer, dass irgendwo ein Mangel vorliegt.“ Den gilt es zu finden und auszugleichen. Während Psychologen ihren Patienten früher oft rieten, „die Wut mal ordentlich rauszulassen“, wird der Wutausbruch heute nicht mehr als erste Wahl gesehen: „Man kann zwar Dampf ablassen, fühlt sich danach aber meistens noch mieser als zuvor“, erklärt Kholghi. Denn in der blinden Wut würden schnell Dinge gesagt oder getan, die unangenehme Folgen haben. „Und schlussendlich schämt man sich für das eigene Verhalten und hat vielleicht noch Ärger am Hacken.“

WELT

jetzt kommentieren? 19. Februar 2010

In der Schwangerschaft: Vorsorgeuntersuchungen nutzen

Bremen/München - Nichts wünschen sich werdende Eltern mehr als ein gesundes Baby. Die Angaben des «Deutschen Ärzteblattes» beruhigen: In Deutschland geht dieser Wunsch bei 97 Prozent aller Geburten in Erfüllung.

Das war nicht immer so - erst seit es umfangreiche Vorsorgeuntersuchungen während der Schwangerschaft gibt, können viele Risiken frühzeitig erkannt und behandelt werden. Ist alles dran? Wird es ein Junge oder Mädchen? Dank des Blicks per Ultraschall können Ärzte heute viel über das ungeborene Kind erfahren. 1979 machte Deutschland den Ultraschall zur Routineuntersuchung in der Schwangerschaft. Heute gehören drei zur gesetzlichen Grundversorgung: «Diese Untersuchungen klären viele wichtige Fragen über den Verlauf der Schwangerschaft», sagt Andreas Umlandt, Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe in Bremen.

Aber nicht nur das: Im Ultraschall können Gynäkologen schnell feststellen, ob die Schwangere eines oder mehrere Kinder erwartet. «Eine wichtige Information für werdende Eltern», sagt Umlandt. Auch der ungefähre Geburtstermin kann dank moderner Ultraschallmessungen recht genau vorhergesagt werden. «Und wir sehen Auffälligkeiten am Kind, zum Beispiel Herzfehler, die dann sofort behandelt werden können.»

Zahlreiche Studie belegten, dass die Vorsorgeuntersuchungen sich sehr günstig auf den Verlauf der Schwangerschaft auswirken, ergänzt Prof. Karl-Theo Maria Schneider von der Frauenklinik und Poliklinik der Technischen Universität München. «Frauen, die diese Untersuchungen nicht nutzen, gehen ein erhöhtes Risiko ein.»

Kölnische Rundschau

jetzt kommentieren? 19. Februar 2010

Schaufensterkrankheit plagt Millionen Deutsche

Es sind nicht die Schaufenster, wegen der manche Menschen in der Stadt stehen bleiben. Es ist vielmehr der Schmerz in ihren Beinen. Nach Angaben der Deutschen Gefäßliga leiden fünf Millionen Deutsche unter der sogenannten Schaufenster-Krankheit. Rauchstopp und gesunde Lebensweise können helfen.

Viele Betroffene vermuten hinter den Schmerzen in den Beinen nichts Böses. Doch das kann schlimme Folgen haben, warnt Curt Diehm, Gefäßspezialist und Vorsitzender der Gefäßliga. “70 Prozent der Patienten sterben an einem Herzinfarkt, zehn Prozent an einem Schlaganfall.” Die PAVK verkürze das Leben um zehn Jahre. Schuld sind Verengungen der Becken- und Beinarterien, die zu starken Durchblutungsstörungen führen.

“Die Krankheit beginnt meist schleichend”, sagt Malte Schröder, Kardiologe an der Universitätsklinik Charité in Berlin. “Zuerst entstehen die Schmerzen erst nach langen Gehwegen.” Dann würden die schmerzfreien Strecken immer kürzer. Schließlich sind die Schmerzen so stark, dass die Betroffenen stehen bleiben müssen. “Im Stehen erholt sich der Muskel und wird wieder mit Sauerstoff versorgt”, sagt Diehm. “Die Betroffenen können dann weiterlaufen, bis der Schmerz erneut auftritt.”

 weiterlesen: DIE WELT

jetzt kommentieren? 10. November 2009

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