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Sie ist keine Wahnvorstellung oder Marotte, sondern ein Ausdruck des Innenlebens. Trotzdem nervt der kleine Mann im Ohr mit seiner negativen Weltanschauung: „Das schaffst du nicht!“, „Das ist eine Nummer zu groß!“, „Pass bloß auf!“ Viele Menschen leiden unter negativen inneren Stimmen. Auch wenn man das kleine Plappermaul nicht mundtot machen kann: Das Gehirn kann lernen, wieder positiv zu denken.
Karin H. aus Bremen quälte die Angst vor Veränderung. Ein neuer Job, ein Umzug, die Trennung vom Partner: „Bei jedem potenziellen Neuanfang fängt mein Gedankenkarussell an zu drehen, und tief in mir droht eine Stimme mit größtmöglicher Gefahr.“ Das war so nachhaltig, dass Karin immer vorsichtiger wurde und sich kaum noch traute, etwas in ihrem Leben zu verändern. Nach einer Therapie weiß sie inzwischen, woher die innere Stimme kommt. Sätze wie „Lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach“ oder „Es gibt Fehler, die kann man nicht mehr rückgängig machen“ stammten von ihrem Vater. „Ein Sicherheitsfanatiker, wie er im Buche steht.“
Ob Erfahrungen mit Eltern, Lehrern oder anderen wichtigen Bezugspersonen: „Unser Umfeld beeinflusst uns“, erklärt Carin Cutner-Oscheja, Diplom-Psychologin aus Hamburg. Warnungen oder Stimmungen, die beständig vorgelebt wurden, fressen sich förmlich ins Gehirn und werden auch Jahrzehnte später wieder abgerufen.
WELT
08. Juli 2010
Streit mit dem Partner, Kritik vom Chef, Ärger mit den Nachbarn: Kocht erstmal Wut im Bauch, haben viele Frauen Probleme, damit konstruktiv umzugehen. Manche schlucken alles herunter, andere spielen beleidigte Leberwurst, wieder andere flippen komplett aus. Tipps zum Umgang mit dem Gefühl.
Mit Tellern zu werfen, schafft eher neue Probleme. „Wut hat bei vielen Menschen einen schlechten Ruf“, sagt die Diplom-Sozialpädagogin Anita Timpe aus Berlin. „Dabei ist sie ein ganz normales und wichtiges Gefühl.“ Timpe bietet Wochenendseminare für Frauen zum Thema „Wohin mit meiner Wut?“ an.
„Ich erlebe immer wieder, dass Frauen keinen Zugang zur Wut haben, die Gefühle blockieren oder runterschlucken“, sagt sie. Manche richteten die negativen Gefühle auch gegen sich selbst. „Frauen geben sich dann die Schuld, dass bestimmte Dinge nicht so laufen, wie sie sich das eigentlich wünschen“, erklärt Timpe. Doch auf Dauer kann ein solches Verhalten zu starken psychischen Belastungen führen, auch zu Depressionen oder Selbstverletzungen.
„Es ist wichtig, Wut in positive Bahnen lenken zu können“, sagt Peri Kholghi, Diplom-Psychologin aus Bensheim. „Die Wut zeigt immer, dass irgendwo ein Mangel vorliegt.“ Den gilt es zu finden und auszugleichen. Während Psychologen ihren Patienten früher oft rieten, „die Wut mal ordentlich rauszulassen“, wird der Wutausbruch heute nicht mehr als erste Wahl gesehen: „Man kann zwar Dampf ablassen, fühlt sich danach aber meistens noch mieser als zuvor“, erklärt Kholghi. Denn in der blinden Wut würden schnell Dinge gesagt oder getan, die unangenehme Folgen haben. „Und schlussendlich schämt man sich für das eigene Verhalten und hat vielleicht noch Ärger am Hacken.“
WELT
19. Februar 2010
Familien wachsen von Generation zu Generation und geben so manches Problem weiter. Die Essstörung der Großmutter ist auch noch beim Enkelkind erkennbar, Ängste oder Zwänge, Suchtneigungen oder der Hang zur Depression – oft sind oder werden Einzelprobleme auch Familienprobleme.
Weitervererbt, mitgetragen oder passiv gefördert: Welche Mechanismen in Familien greifen, können Betroffene selbst kaum begreifen. Ob es solche unbewussten Prozesse gibt – und wie man sie beseitigt –, das kann eine Familientherapie klären.
Ob Bulimie, Panikattacken, Alkoholsucht oder Gewalttätigkeit: „Eine Familientherapie ist anzuraten, wenn ein Familienmitglied über längere Zeit Auffälligkeiten zeigt, die die ganze Familie belasten“, sagt Martin Merbach, Psychologe beim Evangelischen Zentralinstitut für Familienberatung in Berlin. Leider sei die Hemmschwelle zu diesem Schritt in vielen Familien mit psychischen Problemen und Belastungssituationen sehr hoch. Das gelte vor allem, wenn die Eltern erkrankt sind, sagt Merbach: „Sind die Kinder betroffen, zum Beispiel mit ADHS, gehen Familien viel schneller in eine Beratung.“
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08. Dezember 2008
Die Liebe kommt, und sie geht wieder - das ist schon für die Betroffenen nicht einfach. Doch manchmal haben auch Eltern Schwierigkeiten, den Partnerwechsel ihres Kindes zu akzeptieren.
“Der Alte war doch toll, was willst du mit dem Neuen?”, sind dann häufige Fragen. Wenn Eltern nicht loslassen können, wird es anstrengend für ihre Kinder. Sie sollten dann klare Grenzen ziehen.
Die Trennung liegt Monate zurück, ein neuer Partner ist längst gefunden, und das Glück scheint perfekt. Wären da nicht die sturen Eltern, die immer wieder Vergleiche zum Ex ziehen. “Er war doch perfekt, warum hast du das aufgegeben?” - bei solchen Anspielungen auf den Ex hat es nicht nur der neue Partner schwer, auch bei den Kindern liegen die Nerven schnell blank.
Elmar Basse, Paartherapeut aus Hamburg, empfiehlt, zunächst ruhig Blut zu bewahren. Denn eine Trennung ist nicht nur für das Paar schmerzhaft, auch die Eltern leiden mit. “Besonders nach langen Partnerschaften der erwachsenen Kinder müssen viele Eltern eigene Trauerarbeit leisten”, erklärt Anne Huth, Diplom-Psychologin aus Neuss. Wenn aus Heirat und Enkelkindern nichts wird, erscheint vielen Eltern die Zukunft ungewiss. “Da platzen Wunschvorstellungen und Ideale wie Seifenblasen, das tut weh.”
Verstärkt wird diese Trauer, wenn die Eltern mit dem Ex-Partner ein gutes, vielleicht sogar freundschaftliches Verhältnis hatten - oder sogar noch haben. Der neue Partner bewegt sich dann auf dünnem Eis.
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26. Juni 2008
Die Liebe kommt, und sie geht wieder - das ist schon für die Betroffenen nicht einfach. Doch manchmal haben auch Eltern Schwierigkeiten, den Partnerwechsel ihres Kindes zu akzeptieren.
“Der Alte war doch toll, was willst du mit dem Neuen?”, sind dann häufige Fragen. Wenn Eltern nicht loslassen können, wird es anstrengend für ihre Kinder. Sie sollten dann klare Grenzen ziehen.
Die Trennung liegt Monate zurück, ein neuer Partner ist längst gefunden, und das Glück scheint perfekt. Wären da nicht die sturen Eltern, die immer wieder Vergleiche zum Ex ziehen.
“Er war doch perfekt, warum hast du das aufgegeben?” - bei solchen Anspielungen auf den Ex hat es nicht nur der neue Partner schwer, auch bei den Kindern liegen die Nerven schnell blank.
Elmar Basse, Paartherapeut aus Hamburg, empfiehlt, zunächst ruhig Blut zu bewahren. Denn eine Trennung ist nicht nur für das Paar schmerzhaft, auch die Eltern leiden mit. “Besonders nach langen Partnerschaften der erwachsenen Kinder müssen viele Eltern eigene Trauerarbeit leisten”, erklärt Anne Huth, Diplom-Psychologin aus Neuss.
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30. Mai 2008
Wenn aus “wir” wieder “ich” und “du” wird, ist dies für viele Paare eine sehr schmerzvolle Erfahrung. Dabei gibt es Warnzeichen, wenn eine Beziehung zu bröckeln beginnt. Das Problem: Gerade Männer scheuen die Grundsatzdiskussion. Zurück bleiben Tausend Fragen und ein Scherbenhaufen.
Die Koffer in der Hand, ein zerknirschter Blick und dann der alles entscheidende Satz „Es ist vorbei, ich gehe“. Auch wenn nicht alles rund lief in der Vergangenheit und die romantische Liebe schon lange dem Alltag zum Opfer gefallen ist: Mit so einer spontanen Trennung rechnet niemand, am allerwenigsten der verlassene Partner. Zurück bleiben Tausend Fragen und ein Scherbenhaufen.
„Ich geh mal eben Zigaretten holen“, sprach der Mann und wanderte nach Australien aus. Ein alter Witz, über den längst nicht alle Frauen lachen können. Denn es sind vor allem Männer, die ihre Partnerin von einer Minute auf die andere und ohne jede Vorwarnung verlassen. „Die meisten Männer führen keine Grundsatzdiskussionen in der Partnerschaft, sprechen ungern über Schwächen und Misserfolge und leugnen Probleme“, sagt Doris Wolf, Diplom-Psychologin aus Mannheim.
Den ganzen Text gibt es
hier
10. Januar 2008
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