Hohenheim/Wiesbaden. Ob der Kindergeburtstag oder ein Abendessen unter Freunden: Immer öfter müssen die Gastgeber erst Erkundungen einholen, ob auch alle Gäste die geplanten Speisen essen dürfen. “Die Nahrungsmittelallergien nehmen zu wie alle anderen Allergien auch”, bestätigt Stephan Bischoff, Professor am Institut für Ernährungsmedizin an der Universität Hohenheim.
Eine Ursache könnte zu viel Hygiene sein: Untersuchungen zeigen, dass Kinder von Bauernhöfen weniger Allergien als Stadtkinder haben. “Kinder wachsen heute unter sehr hygienischen Bedingungen auf, die eventuell eine ausreichende Stimulation regulierender Immunzellen verhindern”, erläutert Prof. Ludger Klimek vom Zentrum für Rhinologie und Allergologie in Wiesbaden.
Der eine verträgt keine Milch, der andere reagiert auf Soja. “Bei erblicher Allergiebereitschaft wehrt sich der Körper gegen diese Lebensmittel mit bestimmten Antikörpern, den Immunglobulinen der Klasse E”, erklärt Allergologe Jörg Kleine-Tebbe vom Allergie- und Asthma Zentrum Westend in Berlin. Die Folge sind körperliche Reaktionen wie juckende Quaddeln, starkes Kratzen im Hals, Übelkeit bis hin zu Erbrechen. In schweren Fällen kommt es zu Asthma-Attacken oder sogar zum lebensbedrohlichen, allergischen Schock.
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10. August 2009
Erschreckend: Jedes fünfte Kind in Deutschland ist bereits zu dick - die Tendenz ist steigend. Lesen Sie, wie Sie Ihrem Kind mit Bewegung und richtiger Ernährung helfen können, die überflüssigen Pfunde wieder loszuwerden.
Ist mein Kind…
… zu dick?
Bei Erwachsenen ist schnell zu erkennen, ob sie zu dick sind. Meistens reicht schon der Blick in den Spiegel oder die schnelle Berechnung des Body-Mass-Index (www.bmi-rechner.de). Auch für Kinder gibt es spezielle BMI-Rechner, zum Beispiel bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung
(http://www.bzga-kinderuebergewicht.de/bmi/bmi-rechner/rechner.php).
Hier können Eltern sehen, ob das Gewicht ihres Kindes im grünen Bereich liegt oder bereits die Gefahr zum Übergewicht besteht. Generell gilt jedoch Vorsicht vor vorschnellen Urteilen. Kinder wachsen schnell, ihre Proportionen verändern sich oft innerhalb weniger Wochen und Monate. Manchmal verschwindet der “Babyspeck” beim nächsten Wachstumsschub von ganz allein. Eltern sollten deshalb immer über einen längeren Zeitraum das Gewicht Ihres Kindes beobachten, bevor eine grundsätzliche Ernährungsumstellung oder Diät geplant und umgesetzt wird. Auch der Kinderarzt kann hier beratend zur Seite stehen.
Testen Sie hier: Ist mein Kind gefährdet, dick zu werden? http://www.aid.de/ernaehrung/kinder_check.php
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03. Dezember 2007
So schön die herbstliche Jahreszeit auch ist: Das nasskalte Wetter sorgt schnell für Schnupfen, Husten und Co. - besonders bei den Kleinen. Mit diesen Herbst- und Winterstrategien bleibt Ihr Kind gesund.
Gut essen
Vitamine und Mineralstoffe
Das Immunsystem Ihres Kindes braucht jetzt besonders viele Vitamine und Mineralstoffe, um fit zu bleiben. Mit diesen 5 Ernährungsregeln ist die ganze Familie bestens gewappnet:
- 5 Mal Obst und Gemüse
So sieht der perfekte Tag aus: Morgens ein frischer Obstsalat mit Milch und Müsli, für Kindergarten oder Schule ein Vollkornbrot und klein geschnittene Rohkost (z.B. Möhren, Paprika, Gurke oder Kohlrabi), mittags eine Gemüsesuppe, am Nachmittag ein Glas Tomatensaft, ein Apfel oder eine Banane und am Abend ein leckerer Salat zum Wurstbrot. So bekommt Ihr Kind alles, was es braucht.
- Saisonal Einkaufen
Basis einer gesunden Winterernährung sollten einheimische und saisonale Produkte sein. Ideal ist Kohlgemüse, da es frisch vom Feld kommt und reich an Vitaminen ist. Feldsalat und Chicorée liefern Eisen und gute Ballaststoffe. Aber auch rote Beete, Steckrüben, Pastinaken, Lauch, Möhren und Sellerie sorgen für Abwechslung auf dem Mittagstisch. Eine tolle Ergänzung sind Sojasprossen, die auf der Fensterbank selbst angebaut werden können. Wichtig: Gemüse immer schonend dünsten oder garen, damit die Vitamine erhalten bleiben.
- Viel Trinken
Kalte Luft draußen, trockene Heizungslust drinnen - das belastet die Schleimhäute. Trotzdem verspüren Kinder in der kalten Jahreszeit oft weniger Durst. Achten Sie deshalb auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr, am besten aus Wasser, Schorlen und ungesüßten Früchtetees.
- Knabbereien
Im Winter schüttet der Körper weniger vom Glückshormon Serotonin aus. Kein Wunder, dass Kinder jetzt besonders gerne naschen. Denn: Schokolade und Co. fördern die Produktion des Gute-Laune-Stoffes. Ein guter Ersatz für die kalorienreichen Naschereien sind Trockenobst und Nüsse: So bekommt Ihr Kind die Extraportion Vitamine und das Knabbern macht auch noch Spaß!
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23. November 2007
Kinderlebensmittel sind verzichtbar
von Bettina Levecke
Bonn/Dortmund - Sie locken mit bunten Verpackungen oder Spielzeug und werden in der Werbung von fröhlichen Kindern als optimale Nahrungsergänzung angepriesen: Kinderlebensmittel boomen seit Jahren. Kinder mögen den Joghurt mit “dem Plus an Kalzium” oder die Schokoschnitte “mit dem Extraschuss Milch”, und Eltern geben sie ein gutes Gefühl. Doch sind diese Lebensmittel so gesund? “Ganz sicher nicht”, urteilt Harald Seitz, Ernährungswissenschaftler vom Verbraucherschutzinfodienst AID in Bonn.
“Es besteht keine ernährungsphysiologische Notwendigkeit, diese Produkte zu kaufen”, sagt Seitz. Ihr Gehalt an Nährstoffen stelle keine Bereicherung des Speiseplans dar. “Natürlich sind die wertvollen Bestandteile enthalten, doch meistens nur in sehr geringen Mengen”, ergänzt Antje Gahl, Ernährungswissenschaftlerin bei der Deutschen Gesellschaft für Ernährung in Bonn.
Problematisch sind in Kinderlebensmitteln vor allem deren Fett- und Zuckergehalt, argumentiert Harald Seitz. “Ein normaler Joghurt hat maximal 3,5 Prozent Fett. Kinderjoghurts werden für den cremigen Geschmack mit Frischkäse aufgepeppt und erhalten so einen Gesamtfettanteil von sechs bis neun Prozent.”
Auch bei Produkten mit bestimmten Zusatzstoffen sollten Eltern vorsichtig sein: “Für viele Nährstoffe gibt es Grenzwerte, ab wann ihre Zufuhr auf Dauer ungesund ist”, erklärt Ute Alexy vom Forschungsinstitut für Kinderernährung in Dortmund. “Bestimmte Produkte haben eine so hohe Eisenanreicherung, dass eine unerwünscht chronisch hohe Eisenzufuhr eintreten kann.”
Das gilt auch für ACE-Säfte. Das Bundesinstitut für Risikobewertung empfiehlt Erwachsenen, über einen längeren Zeitraum nicht mehr als zwei Milligramm isoliertes Beta-Karotin täglich aufzunehmen. Diese Menge ist oft schon in 100 Millilitern Saft enthalten. “Erwachsene dürfen täglich ein Glas trinken, bei Kindern sollten diese Getränke nicht täglich auf dem Speiseplan stehen”, rät Gahl. Eine Konsumempfehlung, die auch für die Kinderlebensmittel gilt: “Ab und zu und in Maßen sind diese Produkte in Ordnung.”
Nicht mehr als zehn Prozent der täglichen Zuckerzufuhr sollte aus Süßigkeiten, Knabberartikeln oder gesüßten Getränken stammen. “Das sind für vier- bis sechsjährige Kinder eine Kugel Eis und zwei Butterkekse oder 15 Chips oder sechs Esslöffel Flakes.”
Zur täglichen Süßigkeit zählt auch das Brot mit Nussnougatcreme oder der Kakao in der Milch. “Auch unverdünnte Obstsäfte haben einen hohen Zuckergehalt”, warnt Gahl. Regelmäßige Mahlzeiten verringern den Heißhunger auf Süßes: “Kinder brauchen unbedingt drei Haupt- und zwei Zwischenmahlzeiten.”
Für Kindergarten und Schule ist ein Mix aus Getreide, Obst oder Gemüse und einem Milchprodukt optimal. Seitz empfiehlt einen kindgerechten Mix: Montag eine Kiwi und ein Vollkornbrot mit Käse, Dienstag ein Obstmüsli und eine Trinkmilch, Mittwoch ein Apfel, ein Naturjoghurt und ein paar Cracker. “Die Kombinationen sorgen für Abwechslung.”
Gerade im Sommer ist das Trinken wichtig: “Getränke sollten hauptsächlich aus Wasser bestehen”, rät Gahl. Auch die Eltern sollten kräftig zulangen. Denn wenn Vater auf Cola schwört, ist das ein schlechtes Vorbild.
Auch das Essverhalten vor dem Fernseher oder dem Computer spielt eine Rolle: Kleingeschnittene Rohkost oder ein Obstteller seien zu empfehlen. “Obst sollte sowieso immer gut erreichbar in der Küche oder auf dem Wohnzimmertisch stehen.” Und wenn die Kinder Obst- und Gemüsemuffel sind, kann Gemüse in Soßen püriert werden, empfiehlt Antje Gahl, “schnippeln Sie alles klein auf die Pizza - so können Sie Ihr Kind an den Geschmack gewöhnen.”
http://www.rundschau-online.de/html/artikel/1186068205593.shtml
21. August 2007