Monatsarchiv für September, 2008
Stöhnen, verdrehte Augen und ein vorwurfsvoller Blick: “Oh Mann, Mama, wie peinlich!!!” Wenn die Kinder sich für die eigenen Eltern schämen, wissen die meist nicht, was eigentlich los ist.
“Kein Wunder”, sagt Christoph Schmidt, Diplom-Psychologe an der Beratungsstelle für Eltern, Kinder und Jugendliche in Groß-Gerau. “Das Verhalten Pubertierender ist oft unberechenbar.” Experten raten Eltern in diesen Fällen zu Gelassenheit.
Kein Kind mehr, aber auch noch nicht erwachsen: In der Pubertät stecken Jugendliche in einem Zwiespalt. Die Beziehung zu den Eltern ist geprägt vom Wechsel zwischen Distanz und Nähe. Das ist wichtig: “Bis hierher war die Identität von den Vorstellungen der Eltern bestimmt, jetzt müssen sich die Kinder aus diesem Schatten herausarbeiten”, erklärt Peer Wüschner, Autor aus Bad Reichenhall.
Peinlich finden die Teenager dann vieles: Die selbst gebackenen Kekse in der Schulbrotdose genauso wie die Umarmung vor den Kumpels. “Geht gar nicht”, sind sie sich einig. “Eltern haben kaum eine Chance, alles richtig zu machen, denn die Kids denken viel zu überzogen”, sagt Schmidt.
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26. September 2008
Die kindlichen Trotzphasen haben sie hinter sich, die Sandkastenkämpfe sind ausgestanden - von Teenagern ließe sich eigentlich erwarten, dass unkontrollierte Wutausbrüche der Vergangenheit angehören. Doch von wegen: In der Pubertät geht es mit dem Schreien, Schimpfen und Toben oft erst richtig los. Eltern hilft es dann, die Ruhe zu bewahren und ihren Kindern klare Grenzen zu setzen.
Häufig sorgen schon Kleinigkeiten dafür, dass bei Heranwachsenden von einer Sekunde auf die andere die Sicherung durchbrennt. “Bei Teenagern können wahre Gewitter im Hirn entstehen, in denen der Jugendliche kaum noch Kontrolle darüber hat, was er sagt und macht”, sagt die Schweizer Pädagogin Birgitta Moos Erb aus Adligenswil bei Luzern. “So eine Energie-Entladung ist für Eltern sehr nervenzehrend.”
Schuld an der Misere sind auch körperliche Veränderungen. So wird nicht zuletzt das Gehirn in der Pubertät zur Großbaustelle und sorgt dadurch für labile Gemütszustände. “Jugendliche werden von ihren Emotionen regelrecht überflutet”, erklärt der Psychologe Andreas Engel von der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung (bke) in Fürth. Das belastet auch die zwischenmenschlichen Beziehungen, wie US-Forscher der Universität von San Diego herausfanden. Sie ließen Kinder verschiedener Altersstufen den Gesichtsausdruck von Menschen auf Porträts beurteilen. Pubertierende brauchten dafür im Test wesentlich länger und lagen zudem oft falsch mit ihrer Einschätzung.
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01. September 2008
Nicht nur im Urlaub, nein auch beim Autofahren bekommen sich Paare regelmäßig in die Wolle. Gründe zu meckern gibt es immer. Dabei ist eine Autofahrt für Diskussionen denkbar ungeeignet.
Er drückt leidenschaftlich gern aufs Gas, sie bevorzugt gemütliche Landstraßenfahrten: Beim Autofahren bekommen sich viele Partner regelmäßig in die Wolle. Für zwei von drei Paaren ist spätestens auf der Autofahrt Schluss mit lustig, ergab eine repräsentative Umfrage einer Kfz-Versicherung. Zu schnell, zu langsam, zu riskant, zu unkoordiniert - Gründe zu meckern gibt es genug. Für Diskussionen und Streit ist eine Autofahrt aber die denkbar schlechteste Gelegenheit.
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01. September 2008