Immer mehr “Wickelvolontäre”
Mama im Job, Papa am Wickeltisch. Gut jeder siebte frischgebackene Vater hat in Deutschland 2007 die neu eingeführte bezahlte Elternzeit in Anspruch genommen. Und es werden immer mehr.
Elterngeld holt Papas nach Hause
Zwei Jahre lang 300 Euro pro Kind, unabhängig ob Mama oder Papa sich kümmert. Das alte Erziehungszeit-Modell sorgte in Deutschland dennoch für klare Verhältnisse: Bis zum 31. Dezember 2006 wollten oder konnten nur gut zwei Prozent der deutschen Väter eine Jobpause für den Nachwuchs machen. Erziehungszeit war Frauensache, nicht zuletzt, weil Frauen in den meisten Jobs immer noch gut 20 Prozent weniger verdienen als Männer. Dass der Papa zu Hause bleibt, konnten sich viele Familien schlicht nicht leisten.Mit Spannung wurde deshalb der 1. Januar 2007 erwartet. 67 Prozent des Nettogehalts, maximal 1.800 Euro, erhält seitdem der berufstätige Elternteil, der nach der Geburt zu Hause bleibt. 14 Monate, wenn auch der andere zwei zusätzliche Monate wickelt statt arbeitet. Familienministerin Ursula von der Leyen (CDU), die treibende Kraft hinter dem Gesetz, wollte damit vor allem eins erreichen: Mehr Väter in die Verantwortung ziehen. Parteikollegen, vor allem aus den Reihen der CSU spotteten: „Wir müssen dieses Wickel-Volontariat nicht haben.“
jetzt kommentieren? 08. Dezember 2008