Liebeskrise nach dem Babyglück
Ein winziger Punkt auf dem Ultraschallfoto verändert alles: Wir werden Eltern. So glücklich Paare in die neue Zukunft mit Kind starten, so nüchtern sieht nach der Geburt oft die Realität aus. Durchwachte Nächte, Koliken, Brei und Fläschchen: Ein Baby stellt nicht nur das gewohnte Leben komplett auf den Kopf, auch in der Beziehung kann es nun gewaltig kriseln. Zeit für Gespräche und viel Rücksicht helfen, die Zeit zu meistern.
Aus Mann und Frau werden Papa und Mama: „Die Geburt eines Kindes verändert eine Beziehung in vielen Punkten grundlegend“, sagt Carin Cutner-Oscheja, Diplom-Psychologin aus Hamburg. Wie groß die Veränderung ist, ahnen besonders junge Paare nicht: „Viele haben keinerlei Vorstellung darüber, was auf sie zukommt.“
Grund für Streit und Liebesstress sind unerfüllte Erwartungen. Besonders Männer fühlen sich plötzlich ausgegrenzt. Neben der engen Mutter-Kind-Beziehung empfinden sie sich als das fünfte Rad am Wagen. „Manche haben das Gefühl, ihre Partnerin an das Kind verloren zu haben und sind massiv verletzt“, sagt Henning Matthaei, Paarcoach aus Hamburg, der in Kursen Männer auf „die Zeit danach“ vorbereitet. „Sie vermissen den liebevollen Kontakt zur Partnerin und die Sexualität, die oft zum Erliegen kommt“, sagt auch der Psychotherapeut Wolfgang Krüger aus Berlin.
jetzt kommentieren? 11. März 2009