Wie Frauen mit Wutausbrüchen umgehen können
19.Februar 2010
Streit mit dem Partner, Kritik vom Chef, Ärger mit den Nachbarn: Kocht erstmal Wut im Bauch, haben viele Frauen Probleme, damit konstruktiv umzugehen. Manche schlucken alles herunter, andere spielen beleidigte Leberwurst, wieder andere flippen komplett aus. Tipps zum Umgang mit dem Gefühl.
Mit Tellern zu werfen, schafft eher neue Probleme. „Wut hat bei vielen Menschen einen schlechten Ruf“, sagt die Diplom-Sozialpädagogin Anita Timpe aus Berlin. „Dabei ist sie ein ganz normales und wichtiges Gefühl.“ Timpe bietet Wochenendseminare für Frauen zum Thema „Wohin mit meiner Wut?“ an.
„Ich erlebe immer wieder, dass Frauen keinen Zugang zur Wut haben, die Gefühle blockieren oder runterschlucken“, sagt sie. Manche richteten die negativen Gefühle auch gegen sich selbst. „Frauen geben sich dann die Schuld, dass bestimmte Dinge nicht so laufen, wie sie sich das eigentlich wünschen“, erklärt Timpe. Doch auf Dauer kann ein solches Verhalten zu starken psychischen Belastungen führen, auch zu Depressionen oder Selbstverletzungen.
„Es ist wichtig, Wut in positive Bahnen lenken zu können“, sagt Peri Kholghi, Diplom-Psychologin aus Bensheim. „Die Wut zeigt immer, dass irgendwo ein Mangel vorliegt.“ Den gilt es zu finden und auszugleichen. Während Psychologen ihren Patienten früher oft rieten, „die Wut mal ordentlich rauszulassen“, wird der Wutausbruch heute nicht mehr als erste Wahl gesehen: „Man kann zwar Dampf ablassen, fühlt sich danach aber meistens noch mieser als zuvor“, erklärt Kholghi. Denn in der blinden Wut würden schnell Dinge gesagt oder getan, die unangenehme Folgen haben. „Und schlussendlich schämt man sich für das eigene Verhalten und hat vielleicht noch Ärger am Hacken.“
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